Maximaler Reifendruck – Was er bedeutet

Reifendruck und -aufpumpen sind für Radfahrer aller Kategorien ein heißes Thema. Mountainbiker waren Vorreiter mit ihrer schnellen Einführung von Tubeless-Systemen für eine bessere Luftspeicherung und niedrigeren Reifendruck für mehr Traktion, Sicherheit und Geschwindigkeit. Gravel- und Rennradfahrer ziehen inzwischen schnell nach.

Den idealen Reifendruck für Sie und das jeweilige Gelände zu finden, ist immer eine persönliche Angelegenheit. Die Angabe „Maximaldruck“ auf einem Reifen ist jedoch eine Konstante, die Sie vermeiden sollten und stellt für keinen Fahrer den „idealen“ Reifendruck dar.

Der maximale Reifendruck wird von den meisten Reifenherstellern als die maximale Luftmenge definiert, die der Reifen sicher aufnehmen kann. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dies der richtige Druck für Ihre Fahrt ist. Ein zu stark aufgepumpter Reifen fährt sich unruhig und hat aufgrund der reduzierten Aufstandsfläche deutlich weniger Traktion. Ebenso ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass ein Reifen mit maximalem Druck seinen eigenen Wulst beschädigt.

In der Automobilwelt wird der Reifendruck immer vom Fahrzeughersteller und nicht vom Reifenhersteller vorgegeben. Dies erscheint zwar kontraintuitiv, ermöglicht es dem Automobilhersteller jedoch, das Gewicht des Fahrzeugs, den Motor, die Federung und die Fahreigenschaften zu berücksichtigen, um den optimalen Reifendruck zu bestimmen. Dies gewährleistet den besten Kraftstoffverbrauch und gleichzeitig optimales Handling und Bremsverhalten. Automobilhersteller geben diesen Wert für die OE-Reifenspezifikation (Original Equipment) an, um das Fahrverhalten ihres Fahrzeugs zu optimieren.

Auch im Radsport sollte der Reifendruck letztendlich vom Felgenhersteller vorgegeben werden. Mit einem umfassenderen Überblick über die Nutzung des Reifens, den Felgentyp und die Felgenbreite kann der Felgenhersteller dem Fahrer den Druck empfehlen, der optimale Leistung in Bezug auf Rollwiderstand, Traktion, Komfort und Sicherheit bietet. Dieser vom Felgenhersteller empfohlene Reifendruck ist in der Regel deutlich niedriger als der Maximaldruck eines bestimmten Reifens. Und das aus gutem Grund. Ähnlich wie im Automobilbau hilft die Kenntnis des Fahrergewichts und der Felgenanwendung dabei, Ihr Rad optimal auf Ihr Fahrrad und Ihre Person abzustimmen.

Die Fahrradreifenindustrie kann mit dem rasanten Innovationstempo der Radhersteller noch immer nicht Schritt halten. Ein Beispiel dafür ist die Umstellung vieler Radhersteller auf hakenlose Reifenwülste für mehr Präzision und schlauchlose Performance bei Großserienreifen im All-Road- und Gravel-Bereich.

ENVEs Motivation, bei unseren Felgenmodellen der SES AR- und G-Serie auf Haken zu verzichten, bestand darin, die Felgen mit genaueren Toleranzen formen zu können, was wiederum zu einfacheren Tubeless-Montage, besserer Luftrückhaltung und letztendlich zu mehr Reifenhalt und -sicherheit führt. Auf der anderen Seite gibt es Felgen mit Hakenwulst, um Reifen zu halten, die sich von der Felge „dehnen“ könnten. Hakenwulste wurden populär, als Reifenhersteller begannen, Faltreifen zu produzieren, die leichter und schneller rollten als ihre Gegenstücke mit nicht faltbarem Wulst, aber folglich in Bezug auf den Wulstdurchmesser ungenauer waren. Um das Problem zu lösen, wurden Haken eingeführt, um den Reifen zu halten und zu verhindern, dass er von der Felge springt.

Heute: Ein ordnungsgemäß konstruierter schlauchloser Reifen hat einen definierten Wulstsitzdurchmesser und sollte sich idealerweise nicht über den Wulstsitz der Felge hinausziehen. Die Idee hinter dem schlauchlosen Reifen ist, dass sich zwischen Reifen und Felge eine Dichtung am Wulstsitz der Felge befindet (die Schultern auf beiden Seiten des Tiefbetts im Reifenbett der Felge).

Manche argumentieren zwar, dass ein Hakenwulst auch als Dichtung dienen kann, doch wenn sich ein Reifen über den Wulstsitzdurchmesser hinaus gedehnt hat und eine Abdichtung am Hakenwulst erreicht hat, fehlt dem Reifen die seitliche Unterstützung. So kann seitlicher Druck auf den Reifen zu „Burping“ führen, also zu unerwartetem Luftverlust. Aus diesem Grund hat sich die Mountainbike-Welt vor fünf Jahren für Hookless entschieden.

Zurück zu den Reifen. Aus den oben genannten Gründen empfiehlt ENVE ausschließlich schlauchlose Reifen für ein sicheres und leistungsstarkes Fahrerlebnis auf hakenlosen Rädern. Hier kommt es auf den maximalen Reifendruck an. Es ist wichtig, die maximalen Reifendruckangaben des Felgen- und Reifenherstellers zu beachten. Bei Differenzen zwischen zwei Maximaldrücken sollte immer der niedrigere Wert verwendet werden. Dadurch wird eine optimale Abdichtung des Felgensitzdurchmessers gewährleistet. Finden Sie Ihren idealen Druck – einen, der in der Regel deutlich unter den maximalen Druckangaben von Reifen und Felge liegt –, um ein sicheres Fahrgefühl mit mehr Effizienz, besserer Traktion und Zuverlässigkeit zu gewährleisten.

Wie immer – Denken Sie daran, uns bei Fragen zu kontaktieren – support@enve.com oder 1-877-358-2869