REIFENDRUCKRECHNER: Dein praktischer Leitfaden für Rennrad, Gravel und MTB
Für eine scheinbar so einfache Sache – Luft in einen Reifen pumpen – beinhaltet das korrekte Einstellen des schlauchlosen Reifendrucks eine überraschend komplexe Gleichung aus Faktoren: Fahrergewicht, Reifenabmessungen, Laufradabmessungen, Fahrbahnoberfläche und mehr … Aber keine Sorge, wir haben das für euch! Wir haben unseren schlauchlosen Reifendruckrechner entwickelt, damit ihr nicht alle Berechnungen selbst durchführen müsst und euch stattdessen auf das Fahren konzentrieren könnt.

So funktioniert es: Suche in unserem Rechner-Diagramm dein Laufrad oder die Innenfelgenbreite deines Laufrads, dann suche deine Reifengröße und folge dieser Spalte bis zur Zeile für dein Körpergewicht. Fertig! Du hast einen Ausgangspunkt für den optimierten Reifendruck.
Wir haben separate Diagramme für Rennrad, Gravelbike und Mountainbike. Und du kannst zwischen PSI und BAR wechseln.
WARUM DEN DRUCK GENAU EINSTELLEN?
Wie du wahrscheinlich weißt, beeinflusst der Reifendruck Geschwindigkeit, Vertrauen, Kontrolle und Komfort. Jahrelang fuhren Straßenfahrer mit hohem Druck auf schmalen Reifen. In den letzten Jahren haben wir jedoch durch Tests gelernt, dass breitere Reifen und niedrigerer Druck tatsächlich schneller sein können.
ENVE hat im Laufe der Jahre Hunderte von Reifen im Labor, im Gelände und mit unseren Profifahrern und -teams getestet. Wir verfügen über umfangreiche Daten und anekdotische Informationen zur optimierten Reifendruckeinstellung.
Die meisten ambitionierten Fahrer fahren noch immer mit einem höheren als dem optimalen Druck.
„Wir sehen fast nie jemanden, der zu wenig aufpumpt", sagte ENVE-Marketingmanager Neil Shirley, ein ehemaliger professioneller Straßen- und Mountainbikerennfahrer. „Bei jeder Veranstaltung, an der wir teilnehmen, haben wir die Luftdruckstation, daher diskutieren wir ständig den Druck mit Athleten."
„Bei Straßenfahrern überpumpen die meisten noch immer. Bei Gravelfahrern ist das eine sehr informierte Gruppe, was den Reifendruck betrifft", sagte Shirley. „Bei Triathleten sinken die Drücke. Als wir 2019 zu den Ironman-Weltmeisterschaften in Kona fuhren, fuhren wahrscheinlich die Hälfte der Fahrer mit über 100 psi, sogar auf 26-27-mm-Reifen. In diesem Jahr fuhren so viele mehr im Bereich von 60-70 psi."
Für Mountainbiker haben die spürbaren positiven Effekte des Reifendrucks den Fahrern schon lange geholfen, ihre Einstellungen zu optimieren, aber ein einfaches Referenzdiagramm ist bei der Ersteinrichtung eines neuen Laufrad- oder Reifenpaares noch immer sehr hilfreich.
WIE HABEN WIR DEN RECHNER GEBAUT?
Um so detaillierte Referenzdiagramme zu erstellen, haben wir ein Modell entwickelt, das die vier Hauptfaktoren berücksichtigt – Körpergewicht, Reifengröße, Felgenbreite, Fahrbahnoberfläche – und dieses Modell dann durch eine Reihe von Validierungstests mit Rollwiderstandstests, Labortests und Feldtests verfeinert.
Es gibt einige allgemeine Trends im Diagramm, aber auch einige Überraschungen. Grob gesagt: Mit zunehmendem Gewicht benötigt man mehr Druck, und mit zunehmender Reifenbreite, Felgenbreite und Oberflächenrauheit sollte der Druck sinken.
„Als wir anfingen, dachten wir, dass all diese Dinge linear sind; wir stellten fest, dass sie es nicht sind", sagte ENVE-Konstrukteur Clint Child. „All diese Kurven sind parabolisch. Daher haben wir erhebliche Zeit damit verbracht, die Gleichungen für jeden dieser Faktoren zu verfeinern."
Beispielsweise gibt es mehr Variabilität beim idealen Druck für Fahrer zwischen 68 und 90 kg als für Fahrer zwischen 90 und 113 kg.
„Es ist dasselbe bei der Felgenbreite", sagte Child. „Bei einer sehr schmalen Felge braucht man mehr Druck. Je breiter man wird und je mehr die Felge den Reifen stützt, desto weniger Druck braucht man. Ab einem bestimmten Punkt, etwa zwischen 23 und 25 mm Innenfelgenbreite, gibt es kaum noch Unterschiede beim optimalen Druck. Aber bei Felgen zwischen 19 und 21 mm gibt es einen großen Unterschied."
Unter anderem haben wir Reifendurchsackberechnungen mit einer Instron-Maschine durchgeführt, um festzustellen, welche Gewichtsmenge welche Durchsackmenge bei verschiedenen Reifen auf verschiedenen Felgen erzeugt.
Ein wichtiger Punkt ist, dass die empfohlenen Druckangaben nicht allein auf Rollwiderstandsdaten basieren.
„Wir haben selbstverständlich einbezogen, was wir aus Rollwiderstandstests wissen, aber natürlich sind die Daten aus Rollwiderstandstests unter idealen Bedingungen, da man eine feste Last auf einer glatten Trommel misst, was in der Realität nicht so ist."

DAS KLEINGEDRUCKTE
Wie jedes gute Werkzeug funktioniert der ENVE-Reifendruckrechner gut für seinen vorgesehenen Zweck, kann aber nicht jeden kleinsten Einflussfaktor des idealen Reifendrucks berücksichtigen. Ein Weltklasse-Athlet könnte beispielsweise Dinge wie Reifenunterbau, Gummimischung oder Umgebungstemperatur untersuchen, um die kleinsten marginalen Gewinne herauszuholen. Auch persönliche Vorlieben sind eine valide Überlegung. Dennoch kannst du den ENVE-Reifendruckrechner mit Vertrauen nutzen und wissen, dass unsere jahrelange Erfahrung und umfangreiche Tests in die Entwicklung dieses Werkzeugs für euch geflossen sind.