Abenteuerkatalysator: Das Unbekannte
Text: Logan Whitehead
Fotos: Steve Lloyd
Fragen Sie jeden, was „Abenteuer“ für ihn bedeutet, und Sie werden schnell feststellen, dass das Wort scheinbar unendlich viele Bedeutungen haben kann. Ich habe in meinem Leben unzählige Momente erlebt, die ich als abenteuerlich bezeichnen würde – jeder einzelne einzigartig, vielleicht unmöglich zu wiederholen. Da ich mich an ein erfülltes Leben mit Vollzeitbeschäftigung gewöhnt habe, scheinen diese abenteuerlichen Momente immer seltener geworden zu sein. Deshalb habe ich diesen Sommer damit verbracht, nach Ausgeglichenheit zu suchen – nach Wegen, dieses Gefühl mitten im Alltag zu finden. Diese Kurzgeschichte zeigt, wie einfach es sein kann.
Mein Freund Steve Lloyd hat sein Leben auf Abenteuer ausgerichtet. Als weltbekannter Fotograf hat er sich eine Karriere aufgebaut, die seiner Leidenschaft entspricht – der Erkundung des Unbekannten. Normalerweise ruft Steve mich an, wenn er eine relativ verrückte Idee hat, und im Gespräch geht es meist darum, mich zu etwas völlig Ungewöhnlichem zu überreden. Dieser Tag sollte keine Ausnahme sein.
Steve ruft mich an meinem freien Tag gegen 14 Uhr an und erzählt mir von seinem Wunsch, eine Bikepacking-Tour mit Übernachtung in den nahegelegenen Wasatch Mountains zu machen.
„Ich muss morgen arbeiten“, erkläre ich ihm. Doch Steve ist stur.
„Na und?“, fragt er. „Wann musst du bei der Arbeit sein?“
„9 Uhr.“
„Das können wir.“
„Also, wohin gehen wir?“
„Irgendwo, wo ich noch nie war. Zumindest wenn es nicht mit Schnee bedeckt ist“, antwortet er.
„Gibt es einen Weg?“
„Ich denke schon, bin mir nicht sicher“, sagt Steve.
Das ist der klassische Steve Lloyd. Ein Mann mit einer großartigen Idee, aber einem Plan, dessen Details etwas vage sind. Vielleicht hätte das ein erster Hinweis darauf sein sollen, dass daraus etwas Besonderes wird. Oder vielleicht ein Hinweis darauf, dass daraus ein gescheiterter Abenteuerversuch wird. Normalerweise neige ich eher zu Letzterem. Aber Steve ist Optimist. Und er ist sich immer sicher, dass es eine wertvolle Erinnerung wird – eine Erfahrung, die man nur leben kann. Aber ist es nicht genau das, was Abenteuer ausmacht – ins Unbekannte vorzudringen und zu sehen, was dabei herauskommt?
Wir treffen uns am späten Nachmittag und beginnen unsere Wanderung auf der Straße/dem Weg, der uns zum Fuß des Gipfels führt, den wir besteigen wollen. Die Straße wird stellenweise unerbittlich steil. Am Fuß des Gipfels angekommen, finden wir einen grob gepflasterten Wanderweg, der direkt an der Wand hinaufführt. Normalerweise wird mir jetzt klar, dass ich mich auf etwas Schreckliches, aber ebenso Großartiges eingelassen habe.